SierraX369Dieser Beitrag hat mich tief beeindruckt. Auch wenn meiner Meinung nach diverse Aspekte nicht weit genug beleuchtet wurden.
Etwa dass die Fülle der Informationen die einem aufgedrängt werden (ich arbeite auch in einem Helpdesk was bedeutet, ich muss in jede EMail reinschauen die mir oder dem automatischen Ticketsystem zugehen) in Form von SPAM oder irrelevanten Informationen wenigstens überflogen werden muss... bei 33% Spam Anteil velängert es den Arbeitsaufwand schon erheblich. Oder das bei reiner Schriftlichkeit die Interpretation des Leseres eine überaus wichtige rolle spielt. Auch Kulturelle eigenheiten aus dem Land des Schreibers spielen eine sehr große Rolle, wenn ich als deutscher einen englischen Text über die englische Politik lese brauche ich um ihn zu verstehen ein Vorwissen über dieses Land das viele noch nicht mal über ihr eigenes Land haben.
Schriftlichkeit ist gut und wichtig aber zum lernen und studieren nicht gerade einfach, da sie in langen Passagen eben auch linear ist.... Nehme ich ein technisches Buch oder sonstigen Text den ich noch nicht kenne kann ich nicht einfach zu eine Seite aufschlagen und erwarten, das ich den Inhalt des Textes verstehe. Ich brauche einen Moderator meist in Form von Verknüpfungen die mir der Autor vorgibt. Bei Romanen ist es noch viel schlimmer da brauche ich Fantasie (welche meist durch den Einheitsbrei aus dem Fernsehprogramm der 4 Programmigen 70er und 80er zerstört wurde) und immer den Anfang einer Kurzgeschichte welche die Figuren beschreibt und einen Ausgangspunkt setzt. Ebenso sagt das deutsche Wort "begreifen" ja aus das man Wissen nicht nur durch das Wort alleine versteht. Der Mensch muss um Wissen dauerhaft zu speichern dieses Wissen "begreifen". Was natürlich wiederum nicht immer wörtlich zu nehmen ist, aber doch bedeutet, das man seine anderen Sinneseindrücke wozu auch Erfahrungen und Erinnerungen zählen, mit einfließen müssen. Der Mensch der sich für eine Geschichte interessiert, muss ein "Verständnis" dafür entwickeln, und das funktioniert nur, wenn er die Geschichte mit seinem Vorwissen verknüpfen kann. Eine Geschichte über Eskimos wir für einen Beduinen aus einem Buch ohne vorherige Eindrücke unmöglich zu verstehen sein. Wobei es egal sein dürfte wie diese Eindrücke erworben wurden.
Ich glaube ich laufe da mit dir Konform, das sich die Medien ergänzen und überlappen müssen. Und je nachdem wie der Autor es schafft die Erfahrungen des Lesers oder besser Medien Konsument anzusprechen und mit seiner Geschichte zu verknüpfen desto besser wird die Geschichte selbst ohne nochmalige Studien im Gedächtnis haften bleiben.
Ich darf das Geschrieben jetzt nicht lesen.... sonst verstehe ich es selbst nicht mehr... hoffe aber trotzdem das ich meine Meinung und Gedanken zu deinem Boo transportieren konnte
__DennispagerIch bin der Meinung, dass Audio- und Videoproduktionen eine Verbindung schaffen, wie man es bei Schrift nur selten erlebt hat. Man hört eine fremde Stimme. Man sieht jemand anderes. Es gibt ein Gefühl der Verbundenheit. Es hat etwas privates, etwas interessantes, etwas außergewöhnliches. Es ist einfach eine andere Form der Kommunikation wie es sie erst seit ein ca 100 Jahren gibt. Und das empfinde ich für ein Kommunitkationsmittel, als sehr jung.
torstenlarbigEs stimmt: Audioproduktionen machen den schnellen Überblick schwierig. Worum geht es? Ist es für mich relevant, einen Beitrag anzuhören oder nicht? Joachim Wedekind stellt unter http://konzeptblog.joachim-wedekind.de/?p=450 Fragen, die ich hier nicht nur inhaltlich aufnehmen will, sondern aus denen sich für mich auch Konsequenzen ergeben. Ich will versuchen bei längeren Beiträgen, die Content (Inhalte) ins Zentrum stellen, jeweils ein kurzes Resümee zu schreiben, das ich als ersten Kommentar zu meinen Beiträgen hinzufügen werden. Hier fange ich damit an. (Und ich merke gerade, dass ich mir die Möglichkeit des schriftlichen Abstracts über die Tags hinaus als Option bei Audioboo wünsche.)
Resümee / Abstract
Das Verhältnis von Mündlichkeit und Schriftlichkeit kann gerade dort hinterfragt werden, wo geübte Leser plötzlich auf audiovisuelle Produktionen stoßen, in denen Inhalte reflektiert dargestellt werden.
Vorteilen der Schriftlichkeit (schnelles Überfliegen, schnelle Einordnung, Beurteilung der Relevanz für das eigene Denken, Anstreichungen, Exzerpterstellung (auch über Kopieren und Einfügen) wird hier (scheinbar? / bewusst?) entgegen gearbeitet. Eine lineare Rezeption der Beiträge ist notwendig und verhindert das kursorische Lesen.
In diesem Beitrag wird dieser Einschätzung nicht widersprochen. Es wird aber auch die Frage nach der Bedeutung der Mündlichkeit in einer von Schrift dominierten Wissenskultur gestellt. Dabei wird die These vertreten, dass das Einüben der Mündlichkeit auf zwei Ebenen stattfinden muss: 1. Wer sich mündlich äußert, muss ich sich irgendwann der Frage stellen, wie dies geht, wenn nicht ein vorgeschriebener Text abgelesen werden soll; 2. Wer audiovisuellen Beiträgen folgen will, muss sich in der Kunst des Zuhörens üben. Beide Seiten scheinen in der Gegenwart ein wenig kurz zu kommen.
Neben der Schriftlichkeit hat die Mündlichkeit heute ergänzende Potentiale zu bieten. Unter anderem wird in dem Beitrag die These vertreten, dass die Fähigkeit, einen erarbeiteten Inhalt in eigenen Worten (mündlich) wiederzugeben, als ein Kriterium dafür gesehen werden, ob ein erarbeiteter Inhalt wirklich in das vorhandene Wissen integriert werden konnte und in diesem Rahmen dann auch verfügbar, einsetzbar, anwendbar ist.
LINKS zum Beitrag:
Der Blogbeitrag, der diesen Audiobeitrag angeregt hat, findet sich unter
http://konzeptblog.joachim-wedekind.de/?p=450
Der angesprochene Text Heinrich von Kleists kann über
http://de.wikipedia.org/wiki/Über_die_allmähliche_Verfertigung_der_Gedanken_beim_Reden
gefunden werden.
SierraX369Ich persönlich habe mich noch nicht an meine Stimme gewöhnt... mit Kasettenaufnahmen meiner Stimme konnte man mich jagen...
__BitwalkerKugelkopfschreibmaschine.... auf der habe ich auch noch getippt :) Und Tonaufnahmen.... ui. Kann mich an ein Spiel erinnern am PC, da konnte man als U-Boot das Sonar einschalten und hörte wirklich einen digitalisierten Klang - das war unglaublich. Dieser Ton bremste aber die Komplette Maschine aus :)
Aber: Geht da derzeit bisserl die "Jungendzeit" durch Audioboo??? ;)
torstenlarbigResümee / Abstract
Neue, digital gestützte Werkzeuge, haben die Möglichkeiten zur Gestaltung von Dokumenten, seien es nun Text- oder Tondateien, im Vergleich zu analogen Zeiten deutlich erweitert und demokratisiert.
Mit diesen erweiterten Möglichkeiten gehen aber auch Herausforderungen einher: Textdokumente erfordern nun Layout- und Textsatzkenntnisse; Audiodokumente verlangen, wenn man sie schneiden und erarbeiten will, Fähigkeiten im Umgang mit entsprechender Software.
Digitale Werkzeuge haben das Erlernen neuer Fähigkeiten / Kompetenzen zu einem Dauerzustand für Nutzer und Nutzerinnen dieser Werkzeuge geführt.